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Dorfkirche Hainewalde

Information

Die Glocken sind während des Neubaues der Kirche im Jahre 1710 auf Kosten des Herrn Oberst von Kanitz und seiner Frau Gemahlin in Dresden unter Hinzunahme neuer Glockenspeise umgegossen worden, wie die lateinische Inschrift der großen Glocke berichtete. Eine erneute Umgießung fand im Jahre 1825 statt, bei welcher Gelegenheit jede der drei Glocken, die in Es-Dur gestimmt waren, mit dem herrschaftlichen Wappen und Symbolen verziert wurde. Auch fand sich auf jeder ein Chronostichon, das einen religiösen Gedanken zum Ausdruck bringt. Sie hatten zusammen das ansehnliche Gewicht von 27 Zentnern 73 ½ Pfund. Die großen Bronzeglocken wurden 1917 im 1. Weltkrieg eingeschmolzen und 1920 durch Eisenglocken (2676 kP) ersetzt.
Kirchturm und Eingang von Westen
Die Kirche wurde in den letzten Jahren von außen vollständig (abgesehen von Dach des Kirchenschiffs) renoviert. Das ist zu einem großen Teil dem Einsatz und der Spendenbereitschaft vieler Einwohner von Hainewalde zu verdanken. In diesem Zusammenhang sei der ehemalige Pfarrer des Ortes besonders hervorgehoben.
Die jetzige Kirche wurde von 1705 (Grundstein 18.04.) bis 1711 erbaut und am 7. Oktober des letztgenannten Jahres eingeweiht, weshalb das alljährliche Kirchweihfest immer am Montag der Woche gefeiert wird, in welche der 7. Oktober fällt. Der Baumeister war Herr Jonas Kirchstein von Budissin. Der Kirchturm (50,50 Meter) wurde durch den Klempner Friedrich Bräuer aus Zittau gedeckt; der Steinmetz ist Meister Johann David Bräuer gewesen, Bürger zu Gabel in Böhmen. Die Tischler- und Bildhauerarbeit hat der damals in Zittau befindliche Michael Hoppenhaupt verfertigt. Die Baukosten betrugen 11064 Taler, 10 Groschen und 3 ½ Pfennig. Von diesen gab den größten Teil der damalige Besitzer des Rittergutes, Herr Obrist von Kanitz. Die Kirche ist einfach, ohne besonderen Stil, hell und geräumig. Die Decke (auch die der Emporkirchen) ist herrlich gewölbt. An Altar, Kanzel und herrschaftlicher Kapelle finden sich kunstvolle Holzschnitzereien. Den Mittelpunkt des Altaraufsatzes bildet ein mächtiger vergoldeter Kruzifixus mit der lateinischen Unterschrift: Unus est Deus etc. (Es ist ein Gott usw.) 1. Tim. 2, 5-6. Über dem Kruzifix ist Gott der Vater und der heilige Geist dargestellt. Der hebräische Bundesname Gottes "Jehovah" strahlt aus einem in der Höhe befindlichen bunten Fenster herab. Rechts vom Altar steht Mooses, über ihn der Gehorsam des Gesetzes, in der rechten Hand einen Zirkel, in der linken ein Herz mit der Zahl 10 haltend; links vom Altar: Johannes der Täufer, der mit der Rechten auf den gekreuzigten Jesus zeigt und in der Linken ein Kreuz hält, woran sich ein Blatt mit der Inschrift befindet: Ecce Agnus Dei qui tollit peccata mundi (Siehe das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt). Über ihm ruht der Glaube, in der Linken einen Kelch haltend. Die Kanzel trägt an ihrer Vorderseite einen von Engeln gehaltenen Schild, am Deckel eine Darstellung des heiligen Geistes mit der Inschrift: Verbum Domini manet in aeternum (Das Wort des Herrn bleibet in Ewigkeit). Zur Linken der Kanzel findet sich ein Bild mit einem Lichte, zur Rechten eins mit einem Kreuze. Über der herrschaftlichen Kapelle befindet sich links in liegender Stellung die Liebe gegen Gott mit einem Kinde, das auf einem Blatt die Worte aus Ps. 32, 11 trägt: Laetamini in Domino et gloriamini omnes recti cordis (Freuet euch des Herrn usw.). Auf dem Haupte trägt die Statue eine Flamme und hat als Symbol ein Buch mit einem Totenkopf und den Worten: virtus expers sepulchri (Die Tugend kennt das Grab nicht). Rechts befindet sich die Liebe gegen den nächsten mit einem Licht auf dem Haupte, Erinnernd an Jesu Wort: Lasset euer Licht leuchten etc. Das Symbol ist ein Pelikan. In der Mitte über der Kapelle sind Porträts des Herrn und der Frau von Kanitz mit den Devisen: Spes confsa Deo (Die Hoffnung vertraut auf Gott) und Ad utrumque parata (zu beiden, Leid und Freud, bereit). Auf dem Band, welches die die beiden Porträts umgebenden Palmenzweige zusammenhält, steht: Longe et prope Mors et vita (Weit und nahe sind Tod und Leben).

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