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Oberlausitzer Volkstracht

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Volkstracht

Trotz der differenzierten Bevölkerungsstruktur gab es auch bei de Oberlausitzern deutscher Nationalität eine Volkstracht, die allerdings nicht einheitlich war. Sie hatte sich aus den feudalen Kleiderordnungen, dem bodenständigen Brauchtum und dem Schönheitsempfinden des Oberlausitzers unter dem Einfluß der böhmisch-sächsischen Kunstauffassung entwickelt. In den Weberdörfern zwischen Bischofswerda und Zittau verschwand die Tracht in der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Die Kaufleute, Hausierer, Verleger und Fabrikanten standen mit den Mitteleuropäischen Märkten und Messen in Verbindung und waren über die neueste Mode und die Absatzmöglichkeiten ihrer textilen Erzeugnisse informiert. Sie brachten Modekostüme von ihren Reisen mit.
Die Alltagstracht der Dorfbewohner bestand aus inländischen, im Markgrafentum Oberlausitz hergestellten Stoffen, Tüchern, Pelzen und Lederwaren. Es wurden wollene, leinene, halbleinene und baumwollene Stoffe, wie Leinwand, Barchent, Kattun, Manchester, Samt, Zwillich und Nessel verwendet. Die Festtracht unterschied sich von der Alltagskleidung durch die Qualität der verwendeten Stoffe.
Die Frauen trugen enganliegende glatte Häubchen, die unter dem Kinn mit einem farbigen Band gebunden waren. Das vorn ausgeschnittene, steife, schwarze Mieder war meist grün abgesetzt und mit einer gleichfarbigen Schnur geschnürt. Über Schulter und Brust fiel das mehrfarbige Busentuch, mundartlich "Imnahmetichl". Unter dem Mieder wurde das weiße, leinene Kittelchen getragen, ein kurzes Oberhemd, dessen halblange weiße Puffärmel oberhalb des Ellenbogens von einem enganliegenden Bündchen zusammengerafft wurden. Der buntgewebte oder buntbedruckte Oberrock erhielt seinen glockenförmigen Sitz durch den oder die dicken Unterröcke. Die weiße, mit viel Weiß- und Lochstickerei versehene Festagsschürze oder die Blaudruck-Arbeitsschürze bedeckte fast den gesamten Rock. Rote oder weiße Strümpfe und schwarze Schnallenschuhe vervollständigten die Kleidung.
Die Männer trugen zweiflügelige schwarze Schlapphüte, später überwiegend Pudel-, Pelz- und Tuchmützen und im 19. Jahrhundert Schirmmützen oder Dreimaster. Um den Hals banden sie ein schwarzes, farbiges oder buntes Tuch. Die mantelartigen Oberröcke waren kragenlos und mit langen Schößen und großen goldenen oder silbernen Metallknöpfen versehen. Darunter trugen die Männer einen Brustlatz, der fast bis obenhin geschlossen war. An die schwarzen, weißen oder gelben Kniebundhosen schlossen sich rote, blaue oder weiße Strümpfe an. Als Fußbekleidung kamen Schnallenschuhe, Stiefel mit langen Schäften, Holz- oder Lederpantoffeln in Frage.

 

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